Adipositas bedeutet lateinisch: „Fett“ bzw. Fettleibigkeit, umgangssprachlich auch Fettsucht und zählt nicht zu den psychischen Störungen. Es ist eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht, die durch eine enorme (krankhafte) Vermehrung des Körperfettes mit krankhaften Auswirkungen gekennzeichnet ist.

Die Ursachen und Folgen sind vielfältig, wobei die Krankheit verschiedenartig auftreten kann, zum einen durch eine übermäßige Kalorienzufuhr hervorgerufen wird oder durch bestimmte Medikamente und anderes.
Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen sind massiv wie Herz-Kreislauf-Beschwerden, Herzinfarkte, Bluthochdruck, Gelenk- und Rückenbeschwerden, Atemprobleme, Verstopfung, Diabetis mellitus, Gicht und in Folge auch Persönlichkeitsveränderungen.
Das seelische Leiden und die damit verbundenen seelischen Schäden machen den Kranken schwer zu schaffen. Betroffene leiden unter Scham- und Schuldgefühlen, Selbstwertzweifeln, fühlen sich als Außenseiter und durch soziale und/oder berufliche Ausgrenzung kommt es zum Rückzug, zum Teil mit psychischen und auch wirtschaftlichen Folgen.

Zu einer Untergruppe der Adipositas zählt die Binge-Eating-Disorder BED, dass heißt Betroffene wurden durch die Essstörung BED adipös. BED bedeutet soviel wie „sich Sattschlingen“ oder „ständige Fressattacken“.
Die BED versteht sich als Essstörung mit Kontrollverlust über das Essen, welche mit Ohnmachtsgefühlen sowie mit Scham, Schuld, Ekel, Frust, Selbstzweifel und anderen einher gehen kann. Adipöse suchen Trost im Essen, finden wohlige Wärme, als eine Art Ersatzbefriedigung sowie eine Art von Zuwendung für die bedrückte und traurige Seele.

Adipostas steht auch dafür, sich mit Essen etwas Gutes tun, wohl aber nicht in Form von Genuss, denn es werden riesige Nahrungsmengen verschlungen, oft über 10000 kcal pro Mahlzeit. Die Folge ist ein quälendes Völlegefühl verbunden mit großem Unbehagen und nachfolgenden Schuld- und Schamgefühlen der „Fressattacke“ wieder einmal nicht den eigenen Willen entgegen gesetzt zu haben. Und der Anfall wird nicht ungeschehen gemacht, d.h. keine Bewegung, kein Sport und kein Erbrechen wie z.B. bei den Bulimikern.
Und die Abwärtsspirale dreht sich immer weiter. So können Abwertungen aus dem Umfeld, von Partnern oder Kollegen zu emotionalen Krisen führen, die die nächste Fressattacke schüren. Schuld, Scham, eine schlechtes Gewissen folgen sowie der soziale Rückzug, die Vereinsamung und begünstigen somit die Störung.

Jetzt ist Hilfe geboten! Zu den psychotherapeutische Ansätzen zählen verhaltenstherapeutische Maßnahmen und die klientenzentrierte Psychotherapie.

Kerstin Bröcker
Heilpraktikerin für Psychotherapie